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4 Dinge, die mich 10 Tage am Bauernhof gelehrt haben

...und wie ich es auch Zuhause integriert habe

April, April – der tut nicht nur was er will, sondern April ist auch internationaler Gartenmonat. Endlich erwachen, nach diesem langen Winter, die kleinen Knospen, Blüten und grüne Triebe. Die perfekte Zeit, auch mal selbst Pflänzchen zu ziehen, um später stolz den eigenen Salat genießen zu können. Doch wie fängt man an? Wie läuft das so in der Natur?

Da ich ein Stadtkind bin, war meine Gärtner-Erfahrung bisher relativ eingeschränkt. Je mehr jedoch mein Interesse in den letzten Jahren wuchs, desto unsicherer wurde ich. Wie fängt man an? Kann ich das? Bin ich konsequent und geschickt genug, dass am Ende auch wirklich etwas Essbares aus dem Eigenanbau auf meinem Teller landen wird?

So hab ich den Gedanken Jahr für Jahr schnell weggeschoben.

Doch letztes Jahr, während unserer langen Reise, sollte sich das schließlich ändern. Zufällig hat es sich ergeben, dass wir 10 Tage auf einer kleinen Bio-Farm in der Türkei mithelfen durften. Neugierig und offen für Abenteuer, habe ich zugesagt und war gespannt, ob ich als völlig ahnungslose Städterin das Ganze heil und zufrieden überleben würde.

Die anfängliche Unsicherheit war schnell verflogen und nach den 10 Tagen war ich nicht nur zufriedener, sondern war völlig überrascht, wie viel mir die Natur in dieser kurzen Zeit lehren konnte. 
 


1. Gutes braucht Zeit

Klar wusste ich, dass es lange dauert bis aus einem Samenkorn eine Frucht wird. Selber zu erleben, wie viele Schritte auf diesem Weg nötig sind, hat mich geduldiger werden lassen. Im Berufsalltag bin ich oft von einem Meeting zum nächsten gehetzt und habe alles durchgetimt. Die Natur hat mir jedoch gezeigt, dass manches einfach Zeit braucht. Mit Ruhe gingen mir die Dinge viel besser von der Hand und ich konnte sogar noch kleine Details, wie einen Schmetterling oder die außergewöhnliche Maserierung einer Tomate genießen.

2. Einfache Dinge schätzen

Nach einem Tag voll von körperlicher Arbeit, war es das Schönste, an der Hausmauer zu lehnen und dem Ende des Tages zuzusehen. Es klingt regelrecht kitschig, doch nachdem man in der Erde gewühlt hatte, Arme und Beine erschöpft waren, war der Kopf so frei, dass ich mich über die Sterne, die Stille (nur unterbrochen durch das Gebell der Hunde auf der Jagd) und die Kühle der Nacht so richtig freuen konnte.
 


3. Essen mit anderen Augen sehen

Ich durfte Beete umgraben, Samen sähen, Pflanzen gießen und auch Früchte ernten. Das hat mich nicht nur rational begreifen lassen, wie viel Arbeit in einer Tomate steckt, sondern vor allem emotional war es ein neues Erlebnis. Klar war sie frischer als jede gekaufte, doch sie hat mir deshalb tausend Mal besser geschmeckt, da ich ihr Wachstum ein bisschen unterstützen durfte. Ich habe die Tomate mit Stolz viel bewusster und langsamer genossen.

4. Etwas erschaffen

Wie die meisten von uns arbeite ich eigentlich auch den Großteil meiner Zeit an einem Computer. Meine Ergebnisse sind fast immer digital, so fehlt oft das zufriedene Gefühl nach getaner Arbeit. Genau die gegenteilige Erfahrung konnte ich am Bauernhof sammeln. Man macht sich die Hände schmutzig und kann jeden Abend sehen, was man geschafft hat. Das hat mich immer glücklich einschlafen lassen.

Damit diese positiven Erfahrungen nicht nur ein einmaliges Erlebnis waren, habe ich dieses Jahr ein kleines Gartenprojekt gestartet. So kann ich von den Glücksmomenten auch zurück im normalen Alltag profitieren. Egal, ob es ein kleiner Garten, ein paar Blumentöpfe am Balkon, oder eine moderne Hydrokultur ist, Hauptsache die Natur findet einen Platz Zuhause.

Ich freue mich zumindest immer, wenn ich den Computer gegen Erde und Gartenwerkzeug eintauschen kann, denn es lässt mich runterkommen und tief atmen. 
  

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